Kulturportal for Sønderjylland-Schleswig » Projektblog » Detail » Hommage an Karen Blixen
Søg arrangement
Støttet af

Hommage an Karen Blixen

Gelungene Premiere des deutsch-dänischen Theaterstücks

Es ist einer der wärmsten Tage des Sommers. Die schick gekleideten Gäste machen sich auf den Weg zum Kreuzstall auf Schloss Gottorf. Rechts und links im Raum große, bunte, moderne Gemälde, in der Mitte Stuhlreihen fürs Publikum. Über die ebenerdige Bühne geht's zum Sitzplatz. Erwartungsvolles Tuscheln, noch ein letztes Selfie, ein Post, Handy auf lautlos. Stille legt sich über den Raum. Man könnte eine Stecknadel fallen hören….

Dann ein fast militärisch anmutender Einmarsch der vier Schauspieler. Ihr Gleichschritt auf den Terrakottafliesen dröhnt laut. Sie stellen sich auf. In einer Reihe stehen sie wie Zinnsoldaten und das Spiel beginnt. Aug in Aug mit den Zuschauern, Distanz unerwünscht. Bühne, Publikum, Schauspiel verschmelzen in einer Szenerie. Bühnenbild: Leinwand für die Untertitel in der jeweils anderen Sprache, ein Tisch – das war’s. Die Scheinwerfer setzen die Schauspieler in Szene, Spots sind auf Verfolgung eingestellt.

Das Stück

Fahra (Charity Laufer) führt durch das Stück, fordert mit ihren bohrenden Fragen heraus und bringt Karen Blixen (Anne Reumert) so manches Mal ins Grübeln. "Gott ist groß" ruft Farah das eine und andere Mal, wenn die Katastrophe, die Trockenheit, die Missernte und der Tod sich anbahnen. Schafft Karen Blixen es wirklich, ein so dickes und festes Buch wie die „Odyssee“ von Homer zu schreiben? Farah bezweifelt es. Darum geht es in dem Stück, aber auch um Karens Ehe-Arrangement mit dem Baron Blixen, großartig gespielt von Thomas Jacob Clausen, und ihrer Liebe zu „Denys“ Finch Hatton (Christian Nisslmüller), die zu keinem Happy End führt.

Karen und der Baron liefern sich auf der Bühne Wortgefechte auf Deutsch und Dänisch und geben dem Stück damit eine ganz besondere Form der Intensität. Denys ist Realist, klärt Karen über die Lebenswirklichkeit vor Ort auf und beschreibt den Tummelplatz Afrika für Abenteurer, Spieler, Großwildjäger und Träumer ziemlich authentisch. Wie exzentrisch ist es, Mozart auf Safari zu hören und das Dasein auf der Farm mit einem Champagnerrausch zu vergleichen? Die aufregendste Szene des gesamten Stücks ist mit Abstand die Löwenjagd - gerade wegen des minimalistischen Aufbaus der Gesamtszenerie entsteht für den Zuschauer hier fantastisches Kopfkino. 

Die Reaktionen

Die Zuschauer honorieren die eindrucksvollen Leistungen der vier Schauspieler mit lang anhaltendem Applaus. Zwei Damen halten das Theaterstück sogar gelungener als den  Hollywoodfilm. Durch die dänischen Texte  - sagen sie – sei viel deutlicher geworden, dass Karen Blixen ja Dänin gewesen sei. Und auch Nikolaj Mineka (Leiter des Partnertheaters Teatret Møllen) ist begeistert: "Den er landet fin - forestillingen, den giver mening. En fin blanding af stilisme. Den tager fint fat på hele Karen Blixen historien og romanen. Fra et kunstnerisk perspektiv er det fantastisk at se, hvordan de to sprog mødes. Jeg synes virkelig det kan noget og det som man kunne have frygtet var, hvis det bare havde været eksperimentet med en smule tysk og dansk, men det komplementerer hinanden enormt fint og i de scener, hvor det skifter mellem tysk og dansk, fungerer det rigtig godt og det er helt sikkert noget jeg tænker man burde arbejde videre med. Her får man virkelig samlet publikum på tværs af pas – det er lykket rigtig, rigtig godt. "

Die Schauspieler mischen sich nach der gelungenen Premiere unters Publikum. Anne Reumert beschreibt ihre Gedanken zum Premierenabend: ”Det var vidunderligt at have så mange mennesker i rummet. Det er helt nyt at mærke rekationer af publikum. Det bliver fantastisk fremover at mærke, hvor skal der være pauser, hvor skal publikum få mulighed til at ånde lidt. Jeg kan vildt godt lide at have publikum så tæt på – det bliver så intimt på den måde og der er stor nærvær.”

Charity Laufer war ganz besonders vom Publikum begeistert: ”Ich war ungewöhnlich stark aufgeregt, da ich das erste Mal so weit oben im Norden gespielt habe. Das Stück hat sich gut angefühlt, es hat sich selbstverständlich angefühlt. Man war vertieft und wir haben die Zuschauer mitreißen können. Die waren so gespannt und haben manchmal glatt vergessen, auch mitlachen zu können. Gerade weil wir so nah dran waren, haben wir mehr von den Reaktionen mit bekommen. Das Publikum hing uns an den Lippen – sie wollten nichts verpassen. Und auch die ganz stillen Momente konnten wir gemeinsam erleben.” 

Für Thomas Jacob Clausen war das Spielen auf Deutsch eine Herausforderung: ”Man er altid lidt anspændt og men er endnu mere nervøs, når man spiller i et sprog, der ikke er ens modersmål. Så jeg var nok lidt mere spændt end jeg plejer at være. Det var en dejlig aften og en fin forestilling vi spillede.”

Gaby Schelle (Text und Regie, Factory Theater): ”Ich bin sehr froh. Die Premiere ist gelungen. Ich freue mich sehr, dass der Prozess mit den dänischen und deutschen Schauspielern so geklappt hat. Und auch das Thema Illusion trifft auf Wirklichkeit in Afrika. Auch das alles mit dem Heute zu verbinden, hat funktioniert. Es war harmonisch im Ganzen und durfte hier und da auch mal lustig sein.  

Weitere Infos zu den Aufführungen: http://www.theater-factory.de/

 

 

Stikord

Theater

Offentliggjort

29.08.2016

Kontakt

Kontaktformular

Links
captcha
Rechts